Die AZ:5. GEBRÜDER ist das Museumsschiff des Deutschen Sielhafenmuseums in Carolinensiel und stellt eine Besonderheit an der Nordseeküste dar. Das Schiff ist der letzte erhaltene Segelkutter mit Hilfsmotor in Holzbauweise. Die GEBRÜDER AZ:5. blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück.
Wie fast alle Fischereifahrzeuge der Zeit, war die GEBRÜDER AZ:5. mit einer Bünn im mittleren Teil des Schiffs ausgestattet. Diese Bünn hatte eine Verbindung zum Wasser und ermöglichte den Transport von lebenden Fischen zum Festland.
Während des Zweiten Weltkriegs zog die Marine die GEBRÜDER AZ:5. ein und wurde an der niederländischen Küste zum Minenräumen und zur Vorpostensicherung eingesetzt. Um nicht wehrlos zu sein, installierte man auf dem Schiff ein Maschinengewehr zur Flugabwehr.
Nach dem Krieg wurde die GEBRÜDER AZ:5. von der Wilhelmshavener Nassaubrücke aus bis zum Jahr 1956 zum Minensuch- und Munitionsfischen in der Deutschen Bucht eingesetzt. Danach fuhr sie wieder als Fisch- und Krabbenkutter in der Nordsee. Eine Fangreise konnte bis zu zehn Tage dauern und führte die Mannschaft in die gesamte Deutsche Bucht. Die Ladung des Schiffs löschte man, abhängig vom Verkaufspreis, in Bremerhaven oder Hamburg. Bis ins Jahr 1993 war das Schiff als Fischereifahrzeug im Einsatz.
In seiner Funktion als Museumsschiff, wird die GEBRÜDER AZ:5. von einer ehrenamtlichen Mannschaft betreut, die sich liebevoll um die Instandhaltung des Schiffs kümmert. In Zusammenarbeit mit dem Nationalparkhaus in Carolinensiel ist es möglich auf der GEBRÜDER Fahrten ins Wattenmeer zu unternehmen.
